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12.02.2018
FLUG REVUE

Update: Airbus A320neoNeuer Ärger mit PW1100G-JM-Triebwerken

Die EASA hat am Freitag Flugbeschränkungen für A320neos angeordnet, bei denen neu gebaute PW1100G-JM-Triebwerke von Pratt & Whitney eingebaut sind.

PW1100G-JM Schnittbild ca. 2015

Pratt & Whitney PW1100G-JM für den Airbus A320neo (Zeichnung: Pratt & Whitney).

Als Grund für die Emergency Airworthiness Directive nannte die EASA, dass „in einigen Flugzeugen der Airbus A320neo-Familie mehrere Vorkommnisse der Abschaltung von Triebwerken während des Fluges (IFSD) und von Startabbrüchen (RTO) gemeldet“ wurden. „Während die Untersuchung läuft, um die Ursache zu ermitteln, deuten vorläufige Ergebnisse darauf hin, dass die betroffenen Triebwerke, die einen Hochdruckverdichter nach der Nabenmodifikation gemäß ESN P770450 besitzen, anfälliger für IFSD sind.“

Betroffen sind die Pratt & Whitney Baureihen PW1127G-JM, PW1127GA-JM, PW1130G-JM, PW1133G-JM und PW1133GA-JM ab Seriennummer (ESN) P770450. Diese beinhalten eine modifizierte Abdichtung (Knife Edge Seal) an der hinteren Nabe des Hochdruckverdichters.

Die EASA (European Aviation Safety Agency) hat den Betrieb von A320neo verboten, wenn beide Triebwerke aus den betroffenen Serien stammen (nach höchstens drei weiteren Flügen). Sollte nur ein Triebwerk am Flugzeug betroffen sein sind keine ETOPS-Flüge mehr erlaubt.

Laut Pratt & Whitney sind 43 Triebwerke mit der Modifikation ausgelifert, die auf 32 Flugzeugen installiert sind, von denen 21 Flugzeuge ein Triebwerk mit der geänderten Konfiguration haben, und 11 Flugzeuge haben zwei Triebwerke mit dieser Konfiguration. Darüber hinaus wurden etwa 55 solcher Triebwerke an die Airbus-Endmontagelinie geliefert, die auf den Einbau in Kundenflugzeuge warten.

Pratt & Whitney hatte Mitte 2017 eine technische Änderung vorgenommen, die die Haltbarkeit der Abdichtung für das Triebwerk verbessern sollte. Die Triebwerke, die diese technische Änderung enthielten, wurden ab Dezember 2017 auf Kundenflugzeugen in Dienst gestellt. Ende Januar und Anfang Februar dieses Jahres traten bei vier der Triebwerke Probleme auf.

Am Montag erklärte Pratt & Whitney, dass man in Abstimmung mit Airbus den Regulierungsbehörden in dieser Woche einen Vorschlag vorlegen werde, wie die geänderte Konfiguration verbessert werden kann.

Das Unternehmen arbeitet auch daran, einen umfassenden Industrie- und Lieferplan zu erstellen, um Lieferverzögerungen zu minimieren. Mehr Details werden aber erst verfügbar sein, wenn die Regulierungsbehörden die vorgeschlagene Lösung begutachtet haben.

Seit der Inbetriebnahme im Januar 2016 haben die PW1100G-JM in der A320neo ehr als 500.000 Betriebsstunden erflogen. Über 110 Flugzeuge sind derzeit im Liniendienst.

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