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07.02.2018
FLUG REVUE

Absichtserklärung mit Airbus unterzeichnetKunden machen neue Zugeständnisse im A400M-Programm

Nach einem Treffen der A400M-Partnerländer mit Industrievertretern wurde eine Absichtserklärung für „Vertragsanpassungen“ in dem Problemprogramm unterzeichnet.

A400M Strand 2017

Für die A400M muss Airbus nach wie vor zahlreiche geforderte Fähigkeiten zertifizieren (Foto: Airbus).

Das zwei Tage nach dem Meeting am Montag in London fertig gestellte, inhaltslere Kommuniqué beziehungsweise die Airbus-Pressemitteilung geben allerdings keinerlei Auskunft über das Ausmaß der finanziellen und programmatischen Zugeständnisse der Kundennationen. Und „in Anbetracht der andauernden, vertraulichen Gespräche…. haben beide Parteien bis auf weiteres Stillschweigen vereinbart“.

Aus Sicht von Airbus geht es darum, „2018 mit der OCCAR und den Erstkundennationen eine vertraglich bindende Vereinbarung abzuschließen, die Risiken begrenzt und die Zukunft des Programms sicherstellt“. Die OCCAR managt das A400M-Programm für die sieben Erstkundennationen (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und Türkei).

Es soll an „einer Reihe von Vertragsbestandteilen“ gearbeitet werden. Dazu zählen „ein aktualisierter Auslieferungszeitplan“ (sprich weitere Verzögerungen ohne weitere Strafzahlungen) sowie „einen Fahrplan für die Entwicklung und Fertigstellung der militärischen Fähigkeiten der A400M“, wo Airbus weiter hinter den vor einigen Jahren schon einmal angepassten Plänen hinterherhinkt.

Die neue Vereinbarung wirkt allerdings wohl nur in die Zukunft. Deshalb prüft Airbus für die Bilanz 2017 (Bekanntgabe am 15. Februar) „eine mögliche Erhöhung der Drohverlust-rückstellungen für das Programm“, die „erheblich ausfallen“ könnte.

Schon einmal erhielt Airbus bessere Konditionen

Schon seit Jahren muss Airbus beim A400M immer wieder Verluste bilanzieren. Daran will das Unternehmen nicht alleine Schuld sein. „Leider wird das Programm seit Anbeginn im Jahr 2003 nicht nur durch operative Probleme beeinträchtigt, sondern vor allem durch eine unrealistische Vertragsgestaltung sowie ein unzureichendes Budget. Dadurch sind Airbus als Hauptauftragnehmer hohe Verluste entstanden. Wir haben nun eine gute Chance, den Aderlass zu stoppen oder zumindest einzuschränken und die von unseren Kunden benötigten Fähigkeiten zu liefern,“ sagte Tom Enders, Chief Executive Officer von Airbus.

Schon im m Februar 2017 ersuchte Airbus daher die Erstkundennationen einmal mehr zu Gesprächen über eine Anpassung von Vertragsbestandteilen des A400M-Programms, das zu den wichtigsten und größten europäischen Kooperationsprojekten im Verteidigungsbereich zählt.

Bei einem Ministertreffen am 30. März 2017 in Madrid erklärten sich die Erstkundennationen bereit, Gespräche über eine Vertragsanpassung aufzunehmen. Seitdem haben Airbus und die OCCAR Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Elemente zu erörtern, in denen Anpassungen erforderlich sind – wie etwa die Auslieferungsplanung und den Fahrplan für die Entwicklung der militärischen Fähigkeiten.

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