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04.09.2018
FLUG REVUE

Leopoldina-ExpertengruppeVerliert Deutschland den Anschluss in der Luftfahrtforschung?

Experten der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina sehen eine Gefahr darin, dass für den Flugzeugbau wichtige Grundlagen-Disziplinen in Deutschland kaum noch vertreten sind.

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Im Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) in Köln sind Tests unter annähernd realen Flugbedingungen möglich. Foto und Copyright: ETW

In dem neuen Diskussionspapier "Zukunftsfähigkeit der Luftfahrtforschung in Deutschland" weisen die Autoren auf einen schleichenden Verlust an Knowhow in wichtigen Forschungsfeldern, unter anderem der Flugmechanik, hin. Viele Ingenieure in diesen Fachgebieten arbeiteten nicht mehr in Deutschland, was sich auch auf die Entwicklung an Universitäten und Forschungseinrichtungen auswirke: Da es an ausgezeichneten Bewerbern auf freie Lehrstühle mangle, könne langfristig die Ausbildungsqualität leiden.

Zudem habe die zunehmende Konsolidierung der europäischen Luftfahrtindustrie dazu geführt, dass Deutschland immer mehr wichtige Kernfähigkeiten in der Luftfahrt abhanden kämen. Mit dem Insolvenzantrag von Fairchild-Dornier 2002 verlor Deutschland den letzten großen Flugzeughersteller.

Doch nicht alles ist schlecht in der deutschen Luftfahrtforschung. Laut den Autoren, Ingenieurswissenschaftler der Technischen Universitäten Braunschweig, Darmstadt und München sowie der Universitäten Bremen und Stuttgart, verfügt Deutschland über eine exzellente Infrastruktur mit Windkanälen und anderen Großanlagen, die es so in keinem anderen EU-Land gibt. Aufkommende Forschungsfelder wie CO2-neutrales Fliegen oder unbemannte Luftfahrt böten Chancen für die Entwicklung neuer Kompetenzen.

Die Autoren schlagen unter anderem vor, die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung zu erweitern, um Luftfahrtindustrie und -forschung zu stärken. Zudem wird empfohlen, Informationen über die aktuelle Situation der Wissenschaft im Bereich Luftfahrttechnik in Statusberichten zu erfassen und so nutzbar zu machen.

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