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13.09.2017
Erschienen in: 09/2017  FLUG REVUE

ZwischenschrittDassault Falcon 5X: Erstflug

Mit einer vorläufigen Spezifikation des Silvercrest-Triebwerks hat Dassault mit zwei Jahren Verzögerung die Flugerprobung der Falcon 5X begonnen. Die Lieferungen des neuen Widebody-Langstreckenjets sind nun für 2020 geplant.

"Wir sind sehr bemüht, die Folgen der vierjährigen Verzögerung bei der Triebwerksentwicklung so gut wie möglich in Grenzen zu halten", versicherte Eric Trappier, Chef von Dassault Aviation. Deshalb hat sich das Unternehmen entschlossen, seinen neuen Geschäftsreisejet Falcon 5X nun mit nicht serienkonformen Silvercrest-Triebwerken von Safran (früher Snecma) in die Luft zu bringen. Der Erstflug, der ursprünglich für das erste Quartal 2015 geplant gewesen war, fand am 5. Juli im Herstellerwerk Bordeaux-Mérignac statt. Philippe Deleume und Philppe Rebourg waren rund zwei Stunden in der Luft, um den Ingenieuren einen ersten Eindruck von den Flugeigenschaften und dem Systemverhalten des neuen Zweistrahlers zu vermitteln. Das auf nur wenige Wochen angesetzte vorläufige Flugtestprogramm soll laut Hersteller helfen, den Entwicklungsprozess zu optimieren. Man will Zellen- und Systemdaten sammeln, die man bei den Bodenversuchen im Frühjahr nicht erhalten konnte. Die Bodenversuchskampagne umfasste auch Rollversuche bei niedrigen und hohen Geschwindigkeiten.

Dassault hofft nun, dass Safran seinen neuen Zeitplan für die Ablieferung und Zulassung der modifizierten Silver-crest-Ausführung einhält, sodass die vollständige Flugtestkampagne mit der finalen Triebwerksspezifikation im ersten Halbjahr 2018 beginnen kann. „Wir werden die Validierungsversuche mit dem geänderten Silvercrest, die Safran für die nächsten Monate angesetzt hat, sehr genau verfolgen, denn ihre Ergebnisse sind entscheidend, um die Indienststellung der Falcon 5X im Jahr 2020 sicherzustellen“, warnte Eric Trappier.

Der Dassault-Chef hatte bereits bei der Bilanzpressekonferenz gesagt, dass man Verhandlungen mit Safran über Details der einen „großen Betrag“ umfassenden Strafzahlungen aufgenommen habe. Sie sollen Verluste durch Abbestellungen und höhere Entwicklungskosten abdecken. Für Safran ist das erste Geschäftsreisejet-Triebwerk eine teure Angelegenheit: Bereits in der Bilanz 2015 musste man eine Abschreibung von 654 Millionen Euro vornehmen.

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