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15.07.2017
Erschienen in: 07/2017  FLUG REVUE

Trend zu flexiblem PersonaleinsatzZeitarbeit in der Luftfahrtbranche: Möglichkeiten für Ingenieure

Insbesondere in von Innova-tionen getriebenen Branchen wie der Luft- und Raumfahrtindustrie ist der Trend zu flexiblerem Personaleinsatz zu beobachten.

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Projektbezogener Personalbedarf nimmt zu. Foto und Copyright: GKN Aerospace

Industrie 4.0 ist das große Stichwort für die Umwandlungen, die Unternehmen und Beschäftigte aktuell durchlaufen. Gerade in der Luftfahrtindustrie ist vieles im Umbruch. Die Unternehmen wollen flexibler werden und bei Auftragsspitzen oder während definierter Projektzeiträume das benötigte Personal punktgenau rekrutieren und einsetzen. Problem dabei: Die Branche ist auf hoch qualifizierte und gut geschulte Fachkräfte angewiesen. Diese sollen Zeitarbeitsfirmen zur Verfügung stellen, die, wie zum Beispiel Orizon, spezielle „Aviation Units“ geschaffen haben.

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Spezialisten mit Erfahrung sind immer gefragt. Foto und Copyright: GKN Aerospace

Zum Einsatz kommen Projektingenieure und -manager, Konstrukteure und Design Engineers. Qualitätsmanager finden ebenso verantwortungsvolle Aufgaben wie Fluggeräteprüfer, Werkstoff- und Verfahrensspezialisten sowie Soft- und Hardwareentwickler. Auch in der Arbeitsvorbereitung, Fertigungssteuerung und Produktionsplanung und -überwachung werden die externen Projektmitarbeiter eingesetzt. Natürlich gibt es auch vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Produktionsbereich. Hier werden Fluggerätmechaniker und -elektroniker, Ausrüstungsmechaniker und -elektriker gesucht. Die Liste der spezialisierten Metall- und Elektrofachkräfte ist lang. Weiterhin finden Handwerker wie Maler und Lackierer, Tischler oder Schreiner abwechslungsreiche Aufgaben in der Branche.

Vor Neueinsätzen fallen oft Einarbeitungs- und Schulungszeiten in den Einsatzunternehmen an, natürlich voll bezahlt. Die Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen tun so auch etwas für sich selbst. Denn über Zeitarbeit können sie in deutlich kürzerer Zeit eine breitere Qualifikation und Erfahrungswissen erwerben. Sie gelten als flexibel, lösungsorientiert und offen. Das erhöht ihre Attraktivität als Fachkraft.

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In der Produktion ist Zeitarbeit ebenfalls verbreitet. Foto und Copyright: Airbus

Die Verdienstmöglichkeiten sind ebenfalls attraktiv. „Equal Pay“, also gleiche Bezahlung für Zeitarbeitnehmer und Stammmitarbeiter nach neun Monaten, ist seit dem 1. April auch gesetzlich sichergestellt. „Und wir zahlen in der Regel noch übertariflich, weil wir gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen und einsetzen können“, so Sven Mohrdieck, Leiter der Aviation Unit von Orizon. „So gut wie heute war die Zeitarbeit noch nie“, sagt er selbstbewusst.

Dem stimmt auch Holger M. zu, der seit zwölf Jahren bei Orizon ist. Heute verdient er als Fluggerätmechaniker fast 50 Prozent mehr als bei seinem Eintritt ins Unternehmen. In eine Festanstellung möchte er nicht mehr wechseln. Warum? „Ich habe über all die Jahre schon einige Entlassungswellen mitbekommen. Mein Vorteil war, dass ich dann, wenn unsere Einsätze gekündigt wurden, ja immer noch meinen Job bei Orizon hatte. Und mir gefällt einfach die Abwechslung.“ Er hat die Erfahrung gemacht, dass er sich schneller als andere qualifizieren und in der Luftfahrtindustrie Spezialkenntnisse erwerben konnte, wie das nur über die wechselnden Einsätze in der Zeitarbeit möglich ist.

Bei Orizon bewerben sich auch Kandidaten, die zurzeit in einer Festanstellung sind. „Das widerspricht jedem Klischee, aber hier ist es gelebte Realität“, so Mohrdieck, der immer darauf bedacht ist, gegen das hartnäckig schlechte Image der Zeitarbeit anzugehen.

FLUG REVUE Ausgabe 07/2017

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