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10.03.2016
Erschienen in: 03/2016  FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtLuft-und Raumfahrtindustrie in der Bodensee-Region

Trotz hohem Freizeitwert und wirtschaftlicher Stärke der Bodenseeregion tun sich viele Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchsfachkräften schwer.

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Bei Diehl Aerospace in Überlingen sind Fachkräfte gefragt. Foto und Copyright: Diehl Aerospace

Der Bodenseekreis ist nicht nur ein beliebtes Touristenziel, sondern auch eine der führenden Regionen der Luft- und Raumfahrtindustrie Deutschlands. Mehr als 100 Luft- und Raumfahrtunternehmen haben ihren Standort in der Heimat der Luftfahrtpioniere Zeppelin und Dornier. Mit rund 8000 Beschäftigten arbeitet mehr als die Hälfte der in Baden-Württemberg in der Branche Tätigen im Bodenseekreis.

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Der Bodenseekreis blickt auf eine lange Tradition in der Luft- und Raumfahrttechnik zurück. Foto und Copyright: Achim Mende

„Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine Leit- und Zukunftsbranche. Die Besonderheit liegt darin, dass es in Deutschland nur fünf solcher Industrieregionen gibt”, sagt Sandra Kühnle von der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis. Neben der Bodenseeregion sind das Hamburg, Bremen, Oberbayern und Hessen mit den Standorten Frankfurt und Kassel. Dementsprechend hat der Bodenseekreis nicht nur einen hohen Freizeitwert, sondern auch wirtschaftlich einiges zu bieten. Und doch plagen die Unternehmen Sorgen um den drohenden Fachkräftemangel. „Grundsätzlich und unabhängig vom Standort ist es nie leicht, für spezialisierte Tätigkeiten immer die Bewerber zu finden, die sehr gut in das Anforderungsprofil passen“, sagt David Voskuhl, Pressesprecher von Diehl Aerospace in Überlingen. Das Unternehmen beschäftigt am Standort am Bodensee rund 350 Mitarbeiter, die komplexe flugsicherheitsrelevante Rechnersysteme und Plattformen für die zivile und militärische Luftfahrt entwickeln und produzieren. Im Wettbewerb mit anderen Luft- und Raumfahrtstandorten fehlen aus Sicht vieler potenzieller Bewerber am Schwäbischen Meer die großen Metropolen. Dennoch sagt Voskuhl: „Die Bodenseeregion bietet allgemein eine sehr hohe Lebensqualität, auch wenn einzelne Angebote, die in großen Ballungsräumen vorhanden sind, vielleicht weniger stark ausgeprägt sind.“

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Rosetta wurde in Immenstaad entwickelt und gebaut. Foto und Copyright: Airbus DS

Bei der Suche nach Fachkräften kommt für viele Firmen eine weitere Tatsache erschwerend hinzu: „Wir haben am Bodensee viele kleine und mittlere Unternehmen, die weniger bekannt sind“, sagt Kühnle. Am Nordufer des Bodensees finden sich nicht nur Großunternehmen wie Diehl Aerospace, Airbus Defence and Space in Immenstaad und Liebherr-Aerospace mit einem Werk in Friedrichshafen, sondern auch zahlreiche kleine Firmen und Mittelständler, die eine wichtige Rolle als Zulieferer  spielen.

Die Karriereveranstaltung AIRStudent soll den Bodenseekreis als Standort unter künftigen Fachkräften bekannter machen. Initiiert wurde AIRStudent 2013 von der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis mit Unterstützung der Luftfahrtmesse AERO, der FLUG REVUE und ihrer Schwesterzeitschrift aerokurier. Nach einer zweijährigen Pause findet sie vom 18. bis 20.  April  2016 zum dritten Mal statt. Drei Tage lang können sich interessierte Ingenieurstudenten über Karrieremöglichkeiten am Bodensee informieren. Die Veranstaltung soll künftig alle zwei Jahre stattfinden.

Umfragen unter ehemaligen Teilnehmern zeigen, dass die Veranstaltung gut ankommt: 100 Prozent würden AIR-Student nach Angaben der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis weiterempfehlen, 84 Prozent der Teilnehmer haben sich danach bei Unternehmen in der Bodenseeregion beworben oder hatten vor, sich zu bewerben. Auch aus Firmensicht sind solche Events sinnvoll: „Veranstaltungen wie AIRStudent sind uns eine willkommene Gelegenheit, sowohl die Luftfahrtbranche insgesamt als auch unser Unternehmen im Besonderen Interessenten vorzustellen“, sagt Voskuhl.

Das Programm von AIRStudent

AIRStudent Logo

Grafik: Messe Friedrichshafen

Unter dem Motto „Kontakte, Erlebnis, Karriere“ organisiert die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis vom 18. bis 20. April ein dreitägiges Programm für den Fachkräftenachwuchs. Angesprochen sind Studenten der Fachrichtungen Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau ab dem vierten Semester. Am ersten Tag fahren die AIRstudent-Teilnehmer nach Immenstaad, wo Airbus Defence and Space Satelliten entwickelt und baut. Dort wird bei einem Future-Workshop mit Experten über aktuelle und künftige Entwicklungen der Raumfahrttechnik diskutiert.

Am Abend ist in Hagnau ein Get-together mit Vertretern der Ingenieursdienstleister Brunel und Kontech sowie dem Flugzeugausrüster Liebherr-Aerospace mit anschließender Weinprobe geplant.

Eine Unternehmensführung, je nach Wahl bei Diehl Aerospace in Überlingen oder Liebherr-Aerospace Lindenberg, steht am zweiten Tag auf dem Programm. Diehl ist der nach eigenen Angaben führende Anbieter für Avioniksysteme und Beleuchtungskonzepte im zivilen und militärischen Bereich. Liebherr-Aerospace Lindenberg entwickelt, fertigt und wartet Fahrwerke, Getriebe, Flugsteuerungs- und Betätigungssysteme.

Nachmittags bekommen die Studenten bei einer Fact-Finding-Tour zum Zeppelin-Museum, Dornier-Museum oder Zeppelin-Hangar Einblicke in die Luft- und Raumfahrtgeschichte der Region, bevor abends im Zeppelin-Hangar ein Karrieredinner stattfindet.

Der dritte Tag beginnt mit einem Standfrühstück mit Firmenvertretern. Danach besuchen die Teilnehmer die Luftfahrtmesse AERO, bevor sie die Heimreise antreten. Infos unter: www.airstudent.de

FLUG REVUE Ausgabe 03/2016

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