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10.02.2016
Erschienen in: 02/2016  FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtHandling Agent in der General Aviation

Von der Landung bis zum Start, vom Tanken bis zum Catering: Handling Agents in der General Aviation sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Dabei ist Organisationstalent gefragt.

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Im General Aviation Terminal in Stuttgart ist der Arbeitsplatz der Handling Agents von Kurz Aviation. Foto und Copyright: Ebner

Lionel Richie war schon da, ebenso wie Niki Lauda und die Spieler des VfB Stuttgart: Vom General Aviation Terminal (GAT) am Stuttgarter Flughafen fliegen Promis, aber auch Geschäftsleute und ganz normale Privatpiloten ab. Dass der Betrieb reibungslos funktioniert, darum kümmern sich Menschen wie Sandra Schnell und Gerlinde Ortlieb. Sie sind sogenannte Handling Agents bei Kurz Aviation Service – einem Fixed-Base Operator (FBO), der am Stuttgarter Flughafen Dienstleistungen rund um die General Avia-tion anbietet. Das Unternehmen beschäftigt 18 Mitarbeiter und betreut rund 40 Flugbewegungen pro Tag. Das entspricht nach Angaben von Kurz Aviation im Jahresdurchschnitt 22,5 Prozent der gesamten Flugbewegungen des Stuttgarter Flughafens.

Abfertigung von Privatflugzeugen

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Ramp Agents begleiten Maschinen vor dem Start und nach der Landung. (v. l.). Foto und Copyright: Kurz Aviation Service

„Wir sind für die Abfertigung von Privatflugzeugen zuständig“, erklärt Gerlinde Ortlieb in einem Satz die Aufgabe eines Handling Agents. Was so einfach klingt, umfasst eine Vielzahl an Tätigkeiten, die bereits vor der Landung eines Flugzeugs beginnen. Per Mail, telefonisch oder per Funk melden Piloten oder private Chartergesellschaften eine Landung an. „Wir holen dann die Airport-Slots ein, um die Landung zeitlich zu ermöglichen“, sagt Sandra Schnell. Dabei müssen Handling Agents immer die geltenden Auflagen im Blick haben, beispielsweise das Nachtflugverbot in Stuttgart. Jets dürfen nur bis 23.30 Uhr landen, Turboprops oder Propellermaschinen auch noch später. „Wir müssen sehr genau aufpassen, was möglich ist und was nicht“, erklärt Sandra Schnell.

Oft äußern Kunden bei der Anmeldung der Landung weitere Wünsche: dass sie am GAT mit einem Taxi oder einer Limousine abgeholt werden möchten oder noch eine Hotelreservierung für sich und die Crew benötigen. Auch um solche Angelegenheiten kümmern sich die Handling Agents. Sobald eine Maschine gelandet ist, wartet ein Ramp Agent auf dem Vorfeld mit einem Follow-me-Fahrzeug und begleitet sie zur Parkposition. Fluggäste und ihr Gepäck werden als Erstes zum Terminal gebracht. „Bei Flügen aus Nicht-Schengen-Ländern müssen wir auch darauf achten, dass die Bundespolizei die Passkontrolle vornimmt“, erklärt Gerlinde Ortlieb.

Tanken, Frischwasserversorgung oder auch Reinigung des bordeigenen Geschirrs: Neben den Fluggästen stellt auch die Crew Ansprüche an die Handling Agents. Um eventuelle Wartezeit zwischen Landung und Start für die Crew und Begleitpersonen von Geschäftsleuten so kurzweilig wie möglich zu gestalten, geben Gerlinde Ortlieb und Sandra Schnell auch Tipps und organisieren auf Wunsch Ausfahrten zu Museen oder in die Stuttgarter Innenstadt.

Flugvorbereitung

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Organisationstalente am GAT: Gerlinde Ortlieb und Sandra Schnell (v. l.). Foto und Copyright: Ebner

Vor dem Start eines Flugzeugs kümmern sich die Handling Agents um die Flugvorbereitung. „Die Crews bekommen Wetter- und Windkarten und NOTAMs [Notices to Airmen; Anm. d. Red.] von uns“, sagt Sandra Schnell. Vor Ort erfolgt dann die Abrechnung der Lande-, Start- und Parkgebühren. Am Service Point im Terminal prüfen die Handling Agents auch Lizenzen und Passagierlisten und erteilen Berechtigungen fürs Vorfeld. Wenn Kunden an Bord Catering wünschen, organisieren die Handling Agents auch das im Voraus. Dabei arbeiten sie mit einem zertifizierten Caterer zusammen, der direkt aufs Rollfeld darf. „Es kam aber auch schon vor, dass Gäste VIP-Essen von einem Sternekoch wollten“, sagt Sandra Schnell.

Neben Geschäftsleuten, Privatpiloten und Prominenten, die mit eigenen oder gecharterten Flugzeugen ankommen, werden am GAT in Stuttgart auch Ambulanzflüge abgefertigt. Und bei jedem Start und jeder Landung ist das Organisationstalent der Handling Agents gefordert. „Jeder einzelne Vorgang ist individuell“, sagt Gerlinde Ortlieb.

FLUG REVUE Ausgabe 02/2016

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